„Behinderten Sport macht Schule“ begeistert das Hoba

DSCN7172Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Lebensrealität körperbehinderter Sportler auseinander.
An Terminen im März und Mai veranstaltete der Badische Behinderten- und Rehabilitationssportverband das Projekt „Behinderten Sport macht Schule“. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6, 8 und 10 hatten hierbei die Gelegenheit, verschiedene paralympische Sportarten selbst auszuprobieren und sich im Gespräch mit den Referenten über den Alltag und Lebenserfahrungen als körperbehinderter Mensch auszutauschen.Am 20. März befassten sich zunächst die männlichen Sportgruppe mit der Sportart „Rollstuhlbasketball“. IMG 0504Angeleitet von Bundesligatrainer Marco Hopp aus Heidelberg machten sie sich zunächst mit dem Rollstuhl vertraut und konnten bereits zu diesem Zeitpunkt erste Schwierigkeiten und Hindernisse im Alltag eines Rollstuhlfahrers am eigenen Leib erfahren. Schritt für Schritt näherte man sich dann mit Dribbling und Wurf dem eigentlichen Basketballspiel an. Die beeindruckende Treffsicherheit von Coach Marco Hopp auch aus großer Distanz brachte dabei einige Schüler zum Staunen. In einem Abschlussspiel konnten sich die Jungs dann schließlich noch einmal miteinander messen. IMG 0436Besonderen Eindruck hinterließ dann das Abschlussgespräch, mit dem durch einen Autounfall gelähmten Hopp, der die Fragen der Schüler offen und unter Einsatz von einigem Hintergrundwissen - beispielsweise aus dem Bereich der Medizin - beantwortete, ohne die Probleme und das Hadern mit dem eigenen Schicksal als junger Mann, der die Fähigkeit zu rennen, springen, laufen verliert, zu verschweigen.
Die weiblichen Sportgruppen bekamen am 8. Mai Besuch von Astrid Weidner, Michael Huhn und Bernhard Kurz, die den Schülerinnen Gelegenheit gaben in die Haut eines Blindentorballspielers oder einer blinden Biathletin zu schlüpfen. IMG 0159Mittels eines blinden Spazierganges durch die Sporthalle, wurde den Schülerinnen zunächst ein Eindruck von alltäglichen Hürden blinder Menschen vermittelt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde auch die steigende Bedeutung anderer Sinne thematisiert, die in vielen Situationen den Verlust des Augenlichts kompensieren müssen. Beim Blindentorball und beim Biathlon kam es schließlich in besonderem Maße auf den Gehörsinn an, der sowohl beim Verfolgen des durch ein Glöckchen gekennzeichneten Balles, als auch beim Anvisieren der elektronisch markierten Zielescheibe besonders wichtig war. Astrid Weidner gab schließlich bereitwillig Auskunft über ihren Alltag als blinder Mensch, der sich, wie andere auch, um Kinder und Familie sorgen muss. Dass die Alltagsbewältigung in ihrer Situation nicht nur bei der Kleiderwahl durchaus kompliziert sein kann, war den Schülerinnen schnell klar.IMG 0504
Beide Projekte boten den Schülerinnen und Schülern einen abwechslungsreichen und toll aufbereiteten Zugang zu einer ernsten und bisweilen unterschätzten Thematik. Der reibungslosen Organisation durch Marius Merkel und insbesondere den aufgeschlossenen Referenten, und ihrer Offenheit gegenüber jeder Frage war es schließlich zu verdanken, dass neben den fordernden und unterhaltsamen Sportarten vor allem der gesellschaftliche Aspekt und die persönlichen Schicksale ins Zentrum der Gespräche rückten.
Die Schülerinnen und Schüler waren von den Tagen mehr als begeistert und konnten bestätigen, dass sie aus dieser Sportstunde wohl einiges für ihr eigenes Leben mitnehmen durften - beispielsweise, dass man auch im Rollstuhl oder ohne seine Sehkraft sein Lebensglück finden kann.