München-Invasion des Bode-Griechischkurses 22. - 23. Mai 2012

Zwei Tage in München – so sollte der Abschluss von fünf Jahren Griechisch Unterricht mit Herrn Bode aussehen. Wie es nicht anders hätte sein können, erlebten wir in diesen zwei Tagen eine ganze Menge: eine Stadt, eine U-Bahn-Station, einen Platz, zwei Museen, mehrere Parkanlagen, viele Biergärten.
Am Dienstagmorgen trafen sich die ersten fünf Teilnehmer der Exkursion am Bahnhof Baden-Baden. Mittags in München angekommen, gaben wir die wenigen Taschen am Hotel ab, bevor wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren machten. Nachdem uns dies geglückt und unsere Mägen gut gefüllt waren, hatten wir noch gerade genug Zeit, um das letzte verspätete (inoffizielle) sechste Mitglied der Reisetruppe am Bahnhof abzuholen.
Doch es sollte keine Zeit ungenutzt verstreichen. So liefen wir von da aus gleich zur U-Bahn-Station „Königsplatz“, nicht etwa um die U-Bahn selbst zu benutzen, nein, sondern um die Statuen zu betrachten, die dort ausgestellt sind. Bei eben genannten Statuen handelt es sich um die Originale aus den Giebeln der Propyläen (Eingangstor) zum Königsplatz, die einst König Ludwig I. errichten lies, um sich ein bisschen griechischer Antike nach dem schönen München zu holen. Daher sind diese Giebel „modern“, was so viel heißen mag, als dass sie etwas ungewohnt für inzwischen auf Antike getrimmte Augen scheinen. So muteten uns Menschen, die aus dem Hintergrund plötzlich herauswachsen, ein wenig seltsam und kurios, beinahe schon grotesk, an. Diese ungewollte Komik entsteht aber unter anderem dadurch, dass die Statuen unten in der U-Bahn-Station auf Augenhöhe stehen, in dem Giebel aber um einiges über dem Betrachter, wodurch dieser natürlich nur den Eindruck erhält, als ob diese Personen aus dem Hintergrund agieren und nur von etwas im Vordergrund verdeckt würden.
Diese Theorie mussten wir uns natürlich sofort bestätigen, also eilten wir zum „Originalbauwerk“ auf dem Königsplatz, dem Isar-Athen des bayrischen Königshauses, um die ausgestellten Statuen mit den Kopien auf dem Tor zu vergleichen. Die Propyläen sind nach dem Vorbild Athens gestaltet und von hier aus war die Perspektive der Statuen nun tatsächlich auch wieder in Ordnung.
Als nächstes nahmen wir uns die zwei Museen vor, die auf dem Königsplatz stehen. Zunächst begannen wir mit der Glyptothek, in der vor allem Statuen gesammelt sind. Leider schafften wir es jedoch nicht den bodischen Rundgang des Museums vor der Schließung abzuschließen. Es gab einfach viel zu viele Statuen von der Archaik bis in die Römische Kaiserzeit, besonders hervorzunehmen wäre da das Herzstück der Glyptothek, die Giebelstatuen aus dem Tempel in Aigina, teilweise mit Rekonstruktionen in Farbe.
Alle Museen geschlossen, genossen wir den Abend zuerst im Englischen Garten und durchkämmten dann gefühlt die halbe Stadt auf der Suche nach etwas Gutem zum Essen, sodass wir erst spät wieder an unserem Hotel ankamen und da auch sofort in unsere Betten fielen.
Der nächste Morgen begann dann entspannt, da wir auf Grund der späten Öffnungszeiten der Museen viel Zeit zum Ausschlafen hatten. Doch anstatt zuerst die Glyptothek zu Ende anzuschauen, entscheiden wir uns dazu, die Antikensammlung gegenüber zu besichtigen, die vor allem Tongefäße beherbergt. Wie auch schon in der Glyptothek gab es viele bekannte Stücke, die wir nun endlich auch mal im Original sehen konnten. Aber auch die Sonderausstellung mit Goldschmuck war sehr beeindruckend.
Zum schulischen Ausklang unserer München-Invasion geleitete uns unser Götterbode noch durch die letzten Säle der Glyptothek und führte uns anschließend zum persönlichen Ausklang zum Essen in den Hofgarten. Zufrieden, mit viel Wissen beladen und ein bisschen traurig machten wir uns dann nachmittags gemütlich zum Bahnhof auf und fuhren heim nach Baden-Baden.
Es waren zwei wunderschöne Tage und ein genialer Abschluss für unsere Schulzeit (bis auf unseren inoffiziellen Sechsten, der noch ein Jahr vor sich hat...). Noch in den letzten Tagen haben wir viel gelernt, wiederholt und den einen oder anderen Aha-Effekt gehabt. Der beste Dank gilt natürlich unserem tollen Museums- und Stadtführer, unserem Götterboten, Reinhard Bode, der sein Können wieder einmal glänzend zur Schau gestellt hat.

Clémentine Söhne und Janka Eisinger