Gymnasium Hohenbaden feiert Weihnachtsgottesdienst in der Stiftskirche

„Mach’s wie Gott, werde Mensch“ - unter diesem Motto fand am Mittwoch, den 18.12.2019, um 18 Uhr in der Stiftskirche der ökumenische Weihnachtsgottesdienst des Gymnasiums Hohenbaden statt. Die Pfarrerin der ev. Stadtkirche Marlene Bender und der Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Michael Teipel in Vorbereitung mit der Fachschaft Religion, leiteten den feierlichen Gottesdienst ganz im Zeichen des 150-jährigen Bestehens des Gymnasiums Hohenbaden. In seiner Eröffnung führte Pfarrer Teipel auf das Thema des Gottesdienstes „Mach’s wie Gott – werde Mensch“ hin und erläuterte, was zum Menschsein alles dazugehört. Wie
sehr das Beten der Psalmen mit der Basisfunktion des Menschseins, dem Atmen, zusammenhängt, konnte sogleich gemeinschaftlich erlebt werden. Der Schüler-Eltern-Lehrer-Chor „SingingPool“ umrahmte zusammen mit der Jazz-Combo des Gymnasiums Hohenbaden unter der Leitung von Achim Fessler den Festgottesdienst musikalisch. Die „Missa 4 You(th)“ von Tjark Baumann basiert auf dem lateinischen Mess-Ordinariums Text, wurde aber im Stil des Jazz, Pop und Rock vertont und vereint so Tradition mit Moderne. Neben der ausdrucksstarken Interpretation des Chores mit viel Sinn für musikalische Details sind auch die solistischen Leistungen der Chormitglieder und der Combo hervorzuheben. So überzeugten Marlen Schneider, Nele Abel, Marlene Brehm, Antonia Melk, Christoph Ullrich und Konrad Raab, die eine gelungene Mischung aus Feinfühligkeit und Entschlossenheit beim Gesang zeigten, sowie Laura Leihenseder (virtuos am Vibraphon, den Gemeindegesang an der Orgel unterstützend), Emma Ruhnau (mit warmem Klarinettenton wunderbare klangliche Akzente setzend) und Helen Wilkens, deren solistische Stellen schwebend wirkende Kontrapunkte zu den Solisten setzte. Pfarrerin Bender gelang es in beeindruckender Weise, einen roten Faden zwischen dem Leitgedanken der Menschwerdung, dem 150-jährigen Jubiläum, dem Profil des Gymnasiums Hohenbaden und dem theologischen Inhalt und Aufbau der Messe zu ziehen. Menschlichkeit und Verantwortungsgefühl sind besonders wichtige Ziele einer humanistischen Entwicklung, die durch die Schulgemeinschaft und die schulische Bildung besonders gefördert werden. Als ehemalige Lehrerin des Hoba betonte sie die große Bedeutung einer gelingenden Fortführung des humanistischen Gedankens am Gymnasium Hohenbaden. So schloss sich der Kreis auch folgerichtig mit den von den Schülern formulierten und vorgetragenen Fürbitten, mit dem gemeinsamen Singen der Adventslieder (an der Orgel von David Schmialek begleitet) und dem alle vereinenden Vaterunser am Schluss des feierlichen Gottesdienstes.

Weihnachtsgottesdienst gespanntes Warten auf Beginn des Konzertes

 

„Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ – Die Regional- und Schulgeschichtsreihe am Hoba ging in die zweite Runde

Am vergangenen Donnerstag stürzte sich Reinhard Bode, Latein- und Griechischlehrer des Gymnasiums Hohenbaden, mit seinen vierzig Zuhörern zwischen zehn und 88 Jahren in ein neues Abenteuer: Eine Reise durch längst vergangene Zeiten, in der das Leben und die Schule noch ganz anders aussahen. Meint man. Denn einige vermeintlich moderne Innovationen haben Vorläufer in der Vergangenheit. So das Silbenschwingen zum Lesen- und Schreibenlernen und die 1953 offiziell gegründete SMV.

Auch Bildungsreformen gab es schon zu Karolinger-Zeiten. Diese wurden zwar noch nicht von PISA-Studien angestoßen, sondern vom „verwilderten“ Latein der Priester, aber sie führten zur Gründung neuer Kloster- und Stiftsschulen, zu denen später auch städtische Schulen hinzukamen. Hier wurden vor allem Geistliche auf das Studium an der Universität vorbereitet. Eine solche Schule war das Kollegiatstift in Baden-Baden, von dessen Existenz nur noch eine Urkunde von 1453 mit Anweisungen an den Lehrer Zeugnis ablegt. Über den Unterrichtshergang weiß man jedoch Bescheid: Beim Lesen- und Schreibenlernen wurden ähnliche Methoden eingesetzt wie heute. Und auch beim Lateinlernen kam schon damals das heute viel beschworene Prinzip des einsprachigen Fremdsprachenunterrichts zum Einsatz. Wer statt Latein Deutsch sprach, der „eselte“ und musste den Tag über mit einer Eselsmütze herumlaufen. So blieb Latein bis ins 15. Jahrhundert eine lebendige Sprache, die sich ständig veränderte. Die Humanisten setzten dem ein Ende, indem sie Cicero zum Stilideal erhoben. Sie schufen allerdings auch wunderbare Werke in Text und Bild. Davon zeugt der größte Schatz der Hoba-Bibliothek, der auf den ersten Blick wie „Klopapier“ aussieht, aber Ciceros Somnium Scipionis, einen Kommentar hierzu und handkolorierte Holzschnitte von Holbein, einem der bedeutendsten Renaissance-Künstler, enthält.

Auch die nächste Bildungsoffensive, über die Herr Bode berichtete, hatte einen religiösen Hintergrund: die Reformation. Luther forderte die protestantischen Landesherren zur Gründung von Schulen auf. Die Katholiken zogen mit der Gründung der Jesuiten als Schulorden nach. Anekdotenreich zeichnete Herr Bode die parallele Entwicklung des protestantischen Pforzheim und des rekatholisierten Baden-Baden nach. An beiden Orten entwickelte sich zunehmend kompetentes Personal und die Lektüren wurden zumindest in Teilen an das Alter der Schüler angepasst. Den beim Vortrag anwesenden Zehntklässlern stand das Stauen ins Gesicht geschrieben, als sie hörten, dass die Lektüren, die sie im Moment lesen, damals in der untersten Klasse behandelt wurden und die Schüler in ihrem eigenen Alter damals selbst lateinische Prosa und Dichtung verfassten. Auch der momentane Schulbeginn um 7:45 erschien den Schülerinnen und Schülern im Vergleich zu 5:00 oder 6:00 morgens doch angenehm. Erst recht erschreckte sie der Gebrauch der Rute bei „Unfleiß“. Die Zuhörer konnten aufgrund anschaulicher Schulbücher, die Schüler vor Jahrhunderten in langweiligen Stunden „illustriert“ hatten, mit ihnen mitfühlen. Sie bewunderten ebenfalls die Kreativität der Schüler, ohne WhatsApp & Co. durch Bücherweitergabe während des Unterrichts Verabredungen zu planen. Neben dem für die Jesuiten damals und für das Hoba noch heute wichtigen lateinischen Schultheater zeigte Herr Bode eine weitere schulische Konstante in der Verzweiflung der Lehrer, die sich in Klassenbucheinträgen offenbarte.

Von der Jesuitenschule zur ersten Reformpädagogik in einer frühen „integrierten Gesamtschule“ für Katholiken und Protestanten tat Herr Bode mit seinem gespannten Publikum die letzten Schritte zu den Wurzeln der Kompetenzorientierung im 19. Jahrhundert an. Karl Gruber, der Schulleiter der höheren Bürgerschule, verkündete Mitte dieses Jahrhunderts bereits, nicht der Stoff, sondern die Art der Aneignung sei wichtig. Auch die Vorläufer der SMV, sogenannte „Schüler-Obmänner“ wurden um diese Zeit erstmals gewählt.

Viele der Bücherschätze konnten im Anschluss an den Vortrag in die Hand und in Augenschein genommen werden. Eine äußerst seltene Begegnung mit so alten Quellen.

Zum nächsten Vortrag mit dem Thema: „Thassilo von Scheffer und Selma Stern – zwei Hoba-Schüler im späten Kaiserreich“ lädt das Gymnasium Hohenbaden alle Interessierten am Do. 23.01.2020 um 19 Uhr in seine Aula ein.

Kristin Breitsch

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Schulgeschichte zum Anfassen – Auftakt der Spaziergänge durch die 150jährige Geschichte des Gymnasium Hohenbaden

Die Aula des Hoba zeigt als das Herz der Schule zwei ihrer Facetten: Die Wandvertäfelung und die hohen Fenster zeugen vom erhabenen Alter des Gebäudes; der Beamer, die Bühne und die an den Wänden aufgereihten Instrumente verweisen darauf, wie lebhaft es hier zugeht – ob im Unterricht oder in den zahlreichen AG-Angeboten. Wo die Schüler und Lehrer des Gymnasiums Hohenbaden im November 1879 den Großherzog Friedrich von Baden begrüßten, lud Reinhard Bode, Lehrer für Griechisch und Latein, am vergangenen Dienstagabend mehr als vierzig Interessierte zu einer Zeitreise ins Jahr 1870 ein. Zuhörer aller Altersklassen – vom Hoba-Abiturienten des Jahrgangs 1949 bis zum Sechstklässler – folgten ihm dabei.

Bis 1871 wütete der blutige Deutsch-Französischen Krieg. Aber die Stadt Baden-Baden hatte noch ein weiteres Problem: Das Glücksspiel sollte verboten werden; 1872 würde das berühmte Casino der Stadt geschlossen werden. Man musste sich also umorientieren. Großherzog Friedrich und Oberbürgermeister Albert Gönner veranlassten die Umgestaltung der Stadt zum Kur- und Heilbad von europäischem Rang. Die Genehmigung dafür, dass die Stadt die Spielbank bis 1872 zu einem erhöhten Betrag weiter verpachten durfte, machte der Großherzog von der Bedingung abhängig, dass die Stadt ein Gymnasium und eine Höhere Töchterschule errichtete und unterhielt. So gründete man „endlich ein Gymnasium in unserer Stadt“ – so der Titel des Vortrags – an einem Ort, wo sich etwa zeitgleich das Bäderviertel zu entfalten begann. Das damals großzügig und modern geplante Gymnasium wurde mit den Worten des ersten Direktors Franz Xaver Frühe zum „Übungsplatz der geistigen Kräfte“: Schüler aus Baden-Baden und Umgebung sowie Gastschüler aus aller Welt erlernten Latein, Griechisch, Mathematik und erwarben naturwissenschaftliche Fähigkeiten. Besonders stolz war die Schule auf ihre stattliche Bibliothek und das umfassende Naturalienkabinett, das bis heute Tierpräparate aus der Gründungszeit der Schule – unter ihnen auch mittlerweile ausgestorbene Tierarten – umfasst.

Spannend, humorvoll und mit vielen Zitaten aus zeitgenössischen Quellen erzählte Herr Bode aus dem Schulalltag vor 150 Jahren. Und so manchem anwesenden Schüler stand die Freude, das Hoba in der Gegenwart besuchen zu dürfen, ins Gesicht geschrieben:

Heute freuen sich die Schüler, wenn sie dem Schulleiter im Schulhaus begegnen, während sie damals das plötzliche Auftauchen des Schulleiters, der in einer herrschaftlichen Wohnung mitten im Schulhaus residierte, fürchteten. Auch muss man heute keine Angst mehr haben, wegen abendlichen Flanierens in der Stadt oder des Besuchs des Kurhauses (resp. des „Conversationshauses“) der Schule verwiesen zu werden und hat vergleichsweise große Freiheit bei der Wahl der Kleidung, während damals „auffallende Tracht“ unbedingt zu vermeiden war. Außerdem gibt es heute keine öffentlichen Prüfungen am Ende jedes Schuljahres mehr. 

Schulgeschichte zum Anfassen präsentierte Herr Bode in Form von Funden aus seiner „Schatzkiste“. Die Zuhörer konnten nach dem Vortrag alte Schulprogramme, Zeitungen, Schulordnungen und Fotos durchblättern. In den handschriftlichen Schülerlisten der Gründungszeit entzifferte da manch einer bekannte Namen.

Alle, die sich für die eng verflochtene Vergangenheit Baden-Badens und des Gymnasiums Hohenbaden interessieren, werden herzlichst zum nächsten Vortrag mit dem Thema „Wege zur Hochschulreife in Baden-Baden zwischen 1453 und 1870“ eingeladen. Dieser findet am Donnerstag, den 12.12.19, um 19.00 Uhr in der Aula – dem einladenden Zentrum des Hoba in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – statt. Weitere acht Vorträge folgen in den kommenden Monaten.

Kristin Breitsch

Schulprogramme1870 77

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