„Der Mit-Trinker ist nicht der Coole“

Zu dem diesjährigen Alkohol-Präventionstag bekamen die 8. Klassen Besuch:

Frank Milbich, ein trockener Alkoholiker, der heute als selbständiger Präventionscoach tätig ist und es zu seinem Beruf gemacht hat, v.a. Schüler vor Alkohol und dessen Folgen und Suchtpotenzial zu warnen.

Foto-Frank-Milbich

Am 1.4.2019 bekamen wir am Hohenbaden Besuch von Herrn Milbich – einem ehemaligen Alkoholiker. Zu Beginn der Stunde stellte sich uns  Herr Milbich, der selbst lange Zeit Alkoholiker war, vor. Er stellte uns die Frage, wer von uns schon einmal Alkohol getrunken habe und fragte uns, was wir mit dem Begriff Alkoholiker in Verbindung bringen. Dabei kamen Begriffe wie Hartz IV, zerrissene Klamotten und schmutziges Aussehen heraus. Dann durften wir Herrn Milbich unsere Fragen stellen, die er uns alle beantworte. Diese waren zum Beispiel, wie bei ihm die Alkoholsucht angefangen hatte, wie er es schaffte aufzuhören, ob er bei Alkohol besondere Vorlieben hatte und wie er seine Sucht finanzieren konnte (er war damals Hartz-IV-Empfänger).
Herr Milbich begann mit 14 Jahren Alkohol zu trinken. Das war beim Stiefeltrinken im Handballverein. Er trank immer mehr als die anderen und später wurde das anfängliche Cola-Bier durch Wodka-Mix ersetzt. Er galt damals als großes Handballtalent und bekam auch einige Angebote von Profivereinen, die er aber alle nicht wahrnehmen konnte, da er immer betrunken war. Er betrank sich schon morgens und sein Tagesablauf bestand aus trinken, „kotzen“ und Nachschub besorgen. Seine Sucht finanzierte er teilweise durch Klauen. Vorlieben beim Thema Alkohol hatte er keine, nur hochprozentig musste es sein. Aufhören konnte er nur durch die Liebe zu seinem Sohn und durch das Engagement seiner Mutter. Er ließ sich jedoch nicht in eine Klinik einliefern, sondern machte den gefährlichen Entzug alleine bei sich zu Hause. Er litt an Halluzinationen, kratzte in seiner Verzweiflung die Tapeten von den Wänden und wurde beinahe wahnsinnig. Nur die Liebe zu seinem Sohn hielt ihn am Leben. Mittlerweile trinkt er seit 15 Jahren überhaupt keinen Alkohol mehr und hat sich von den damaligen „Krankheiten“ erholt. Heute ist er ein gesunder Mann mit einer Vorliebe für Süßigkeiten.
Es war interessant, aber auch abschreckend zu erfahren, was der Alkohol mit dem Körper alles anstellen kann und ich wünsche niemandem ein solches Schicksal wie Herr Milbich es erlitten hat.
Paul Moritz, 8b