Klassenfahrt der 10. Klassen nach Berlin

Vom 24. bis 29. Oktober 2004 waren 42 Schüler und Schülerinnen der Klassenstufe 10 mit Herrn Hettinger, Herrn Burkhardt und Frau Hüper auf einer Klassenfahrt in Berlin.

Sonntag, 24. Oktober 2004

  • 7:45 Uhr Abfahrt vom Bahnhof Baden-Baden
  • 13:17 Uhr Ankunft in Berlin Zoologischer Garten
  • Busfahrt bis Schöneberger Rathaus
  • Zimmerverteilung im Meininger City Hostel
  • erste Orientierung, Erkundung des Potsdamer Platzes
  • gemeinsames Abendessen beim Griechen
  • nächtlicher Spaziergang auf dem Kurfürstendamm
Potsdamer Platz (Foto: Hüper)   Potsdamer Platz (Foto: Hoogen)
Potsdamer Platz, Sony Center   Potsdamer Platz, Blick vom DaimlerChrysler-Gebäude

Montag, 25. Oktober 2004

  • Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Führung durch das Gelände der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit
  • Erkundung der Stadt in Kleingruppen
  • Zeitreise durch die Geschichte Berlins von 1237 bis heute: The Story of Berlin
Stasigefängnis (Foto: Burkhardt)   Story of Berlin (Foto: Burkhardt)
Stasigefängnis Hohenschönhausen   Story of Berlin

Bericht von Daniel Feist

Nachdem sich alle am Frühstücksbuffet gestärkt und ihre Lunchpakete eingepackt hatten, machten wir uns vom Hotel aus auf den Weg zum ehemaligen Staatssicherheitsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen, um dort an einer Führung teilzunehmen.
Nach einstündiger Fahrt mit Bus und U-Bahn kamen wir am Haupttor des Gefängnisses an und wurden auch sofort von einer Frau eingelassen und in einen Vortragsraum geführt, in dem wir einen etwa halbstündigen Film über die DDR, den Bau der Mauer sowie die Lage des Staatsicherheitsgefängnisses sahen. Danach wurde unsere Gruppe in etwa zwei gleich große Teile eingeteilt, und jeder Gruppe wurde ein Führer zugeteilt, der selbst Häftling in Hohenschönhausen gewesen war. Der Mann meiner Gruppe beispielsweise war sieben Monate in Untersuchungshaft und anschließend fünf Jahre in fester Haft, weil ihm nachgewiesen werden konnte, dass er DDR-Bürger über die Transit-Autobahn in den Westen geschmuggelt hatte. Erst wurden wir in den Keller des Gefängnisses geführt, den die Gefangenen auch U-Boot nannten, weil die Zellen keine Fenster hatten. Danach zeigte uns der Mann eine Wasserfolterzelle, die Häftlinge dazu bringen sollte, Geständnisse zu machen. Man sagte uns, dass Häftlinge oft stundenlang in völliger Dunkelheit in den Zellen gefangen waren. Nachdem wir durch den Altbau durchgegangen waren, kamen wir in den neueren Bau, in dem die Zellen schon wesentlich komfortabler eingerichtet waren. Und auch die Verhörmethoden hätten sich verändert, wie uns der Mann erzählte. Nach ca. zweistündiger Führung zeigte man uns noch die Gummizelle, in die man kam, wenn man nicht gehorchte. Gummi deswegen, damit man nichts kaputt machen konnte. Außerdem wurde man noch in eine Zwangsjacke gesteckt. Insgesamt ein sehr beeindruckender Besuch, wie alle bezeugen können.
Danach durften wir für einige Zeit in die Stadt zum Shoppen und wir trafen uns an der Gedächtniskirche wieder, um in „The Story of Berlin” zu gehen und dort, wie der Name schon sagt, mehr über die Geschichte Berlins zu erfahren. Da das Museum nicht allzu groß war, waren wir bald durch und warteten auf die Führung durch den Atomschutzbunker, der direkt unterhalb des Museums liegt. Dort angekommen erfuhren wir, dass etwa 3600 Menschen 14 Tage lang bei einem atomaren Angriff hier 8 Meter unter der Erde überleben könnten. Nur, man hat noch nie eine solche Situation erlebt und weiß nicht genau, wie es in der Realität aussähe, ob die Menschen der körperlichen und psychischen Belastung standhalten könnten. Als weitere Falle stellte sich nach längerem Gespräch auch die unzureichende Menge der Vorräte heraus. Nach diesem anstrengenden, aber sehr interessanten Tag machten wir uns auf ins Hotel, um ins Bett zu gehen.

Dienstag, 26. Oktober 2004

Jüdisches Museum, Garten des Exils (Foto: Hüper)   Jüdisches Museum (Foto: Hüper)   Ägyptisches Museum, Nofretete (Foto: Burkhardt)
Jüdisches Museum, Garten des Exils   Jüdisches Museum, Treppenaufgang   Nofretete
  • Aufteilung in drei Gruppen; Jüdisches Museum, Ägyptisches Museum, Charlottenburg
  • Empfang und Mittagessen im Paul-Löbe-Haus
  • Führung im Plenarsaal des Bundestags
  • Einführung in die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten durch Peter Götz, MdB, mit anschließender Diskussion
  • Besichtigung der Reichstagskuppel
  • Kinobesuch am Potsdamer Platz, wahlweise „Der Untergang” oder „Die Bourne Verschwörung”
Park Charlottenburg (Foto: Alfs)   Schloss Charlottenburg (Foto: Burkhardt)
Schlosspark Charlottenburg   Schloss Charlottenburg

Bericht von Johannes Warth und Phillip Winckler

Am Dienstag konnte man wählen, ob man ins Ägyptische Museum, ins Jüdische Museum oder ins Schloss Charlottenburg gehen wollte.
Wir waren im Ägyptischem Museum und erfuhren viel über die Lebensweise der Ägypter. Es gab dort sehr viele Ausgrabungsstücke aus dem alten Ägypten. Besonders beeindruckend war ein großes steinernes Tor, das das Museum als Dankeschön von Ägypten erhielt, da die Berliner Ägyptologen eine bedeutende Ausgrabung gemacht hatten. Weiterhin konnten wir die berühmte Büste der Nophretete besichtigen, die das Vorbild für die Statuen der Künstler in Ägypten war. Nachdem wir die Museen verlassen hatten, machten wir uns mit der U-Bahn auf in Richtung Reichstag. Bevor wir aber den eigentlichen Reichstag besuchten, gingen wir ins Abgeordnetenhaus nebenan. Dort mussten wir uns einer Sicherheitskontrolle unterziehen, und nachdem wir von einer Mitarbeiterin von Herrn Peter Götz, CDU, dem Wahlkreisabgeordneten für Baden-Baden und Rastatt, begrüßt worden waren, begaben wir uns in die Besucherkantine und bekamen dort unser Mittagessen. Als wir fertig waren, verließen wir das Haus und machten uns zum eigentlichen Reichstagsgebäude auf. Dort konnten wir glücklicherweise, da wir als Gruppe angemeldet waren, über einen Seiteneingang das Haus betreten, sonst hätten wir wirklich lange warten müssen. Hier passierten wir die nächste Sicherheitskontrolle. Darauf gingen wir auf die Besuchertribüne im Plenarsaal. Nach einer Einführung über die Geschichte des Gebäudes begaben wir uns in den Besprechungsraum, in dem wir das Gespräch und die Diskussion mit Herrn Götz führen sollten. Als er nach einer kleinen Verspätung in dem Raum ankam, erzählte er uns über sein tägliches Arbeitspensum, z.B. Ausschusssitzungen, aber auch Besuche von Sportveranstaltungen in seinem Wahlkreis. Danach diskutierten wir noch, was sehr informativ und interessant war. Darauf fuhren wir mit dem Aufzug aufs Dach des Reichstagsgebäudes und besichtigten die Glaskuppel. Von hier aus hatte man den schönsten Ausblick über das abendliche Berlin. Schließlich verließen wir den Reichstag wieder und hatten nun noch Freizeit, bis es Abendessen gab.

Reichstag (Foto: Burkhardt)   Paul-Löbe-Haus (Foto: Hüper)   Plenarsaal (Foto: Hüper)
Das Reichstagsgebäude   Paul-Löbe-Haus mit Blick auf die Spree   Besucherterrasse im Plenarsaal des Bundestags

Mittwoch, 27. Oktober 2004

  • Fahrt nach Potsdam, Besuch des Filmparks Babelsberg
  • gemeinsames Abendessen im Hotel
  • abends Besuch einer Vorstellung der Blue Man Group (Teil der Gruppe)
Babelsberg (Foto: Hoogen)   Blue Man Group (Foto: Hoogen)
Filmpark Babelsberg, „Oh wie schön ist Panama”   Nach der Vorstellung bei der Blue Man Group

Bericht von Anna Seckler

Am Mittwochmorgen brachen wir nach Babelsberg auf, um die Filmstudios anzuschauen. Wir waren froh, zwischen den vielen Museen auch einmal etwas anderes zu sehen. Wir durften in Gruppen selbstständig alles in Ruhe erkunden, wie z.B. das 4D Kino, eine Stuntshow und das Fernsehstudio 1, in dem Frau Hüper und Herr Burkhardt ihr schauspielerisches Talent zum Besten gaben, zu unserer Begeisterung. Leider war man relativ schnell durchgelaufen, da im Herbst auch Vieles schon geschlossen war. Aber am Ende des Tages konnten wir sagen, dass es ziemlich viel Spaß gemacht hat!

Stuntshow Nr. 1 (Foto: Burkhardt)   Stuntshow Nr. 2 (Foto: Hüper)
Filmpark Babelsberg, Stuntshow Nr. 1   Filmpark Babelsberg, Stuntshow Nr. 2

Donnerstag, 28. Oktober 2004

  • Führung durch die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel mit Peter Weitz
  • Besuch des Olympiastadions, ein Teil der Gruppe mit Führung
  • Besuch der Ausstellung „Berg-Balken-Stadt” von Peter Weitz in der Galerie „stil und bruch” in Kreuzberg (Herr Hettinger und Frau Hüper)
  • Besuch des Pergamonmuseums auf der Museumsinsel
Nationalgalerie (Foto: Burkhardt)   Nationalgalerie (Foto: Bahret)
Alte Nationalgalerie, Caspar David Friedrich und Peter Weitz   Alte Nationalgalerie bei Nacht

Bericht von Felix Bahret

Um 10 Uhr morgens trafen wir auf der Museumsinsel ein, wo Herr Weitz schon auf uns wartete. Er hatte sich bereit erklärt, uns durch die Alte Nationalgalerie zu führen. Er machte uns auf die umfassende Renovierung aufmerksam, und tatsächlich, das Gebäude beeindruckte mich sehr mit den unterschiedlich verzierten Ausstellungsräumen. Die Alte Nationalgalerie, die 125 Jahre nach der Eröffnung wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, beherbergt die Kunst des 19. Jahrhunderts. Besonders bleiben zwei Gemälde von Caspar David Friedrich in Erinnerung, bei denen es um den Aufbruch des Menschen in ein neues Zeitalter geht, das eine Bild mit einer Rückenfigur, die am Strand steht und den Horizont zwischen Himmel und Meer absucht, bei dem anderen eine düstere Beerdigung eines Mönchs unter kahlen deutschen Eichen.
Herrn Weitz glückte es, uns zu interessieren, freilich aber waren nach zwei Stunden alle voller Tatendrang, ihre Freizeit auszukosten. Es fiel uns nicht schwer, die Zeit mit Essen und Einkaufen zu überbrücken, bevor sich die meisten um 14 Uhr für einen Besuch im Olympiastadion trafen. Danach war noch mal Freizeit. Wegen des feuchten Wetters verzogen sich viele in ein Café oder in unser Hotel.
Dann das Highlight des Tages: ein Besuch im Pergamonmuseum von 20.00 bis 22.00 Uhr. Was bedeutet, dass der Schüler/die Schülerin den letzten Abend auf Klassenfahrt bis zur Ausgangsperre mit vielen tausend Jahren alten Reliqiuen verbringt. Was für einige nicht mehr zumutbar schien, war jedoch nicht uninteressant: Im Erdgeschoss wird unter anderem antike Großarchitektur gezeigt - der Ausstellungsraum ist mehrere normale Stockwerke hoch, um die verschiedensten Säulen bis zum Kapitell unterzubringen. Nicht zu vergessen der Pergamonaltar aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, bei dem sich das ganze Skulpturenfries rund herum bestaunen lässt. In den Seitenflügeln im Obergeschoss befindet sich jeweils das vorderasiatische Museum und das für islamische Kunst, dem aber nur noch wenige Aufmerksamkeit widmeten. Wieder am Hotel angelangt, war es uns erlaubt, zum Griechen um die Ecke zu gehen, um noch zu einem Abendessen zu kommen. Dort ließen viele von uns den Tag mit überbackenen Zucchini ausklingen.

Olympiastadion (Foto: Burkhardt)   Pergamonmuseum (Foto: Hoogen)
Olympiastadion   Pergamonmuseum, Pergamonaltar

Freitag, 29. Oktober 2004

  • Besuch des Deutschen Technikmuseums in Kreuzberg
  • 16:45 Uhr Abfahrt Berlin Zoologischer Garten
  • Umsteigen in Hannover und Karlsruhe
  • 23:28 Uhr Ankunft am Bahnhof Baden-Baden
  • Herbstferien!
Technikmuseum01 (Foto: Burkhardt)   Technikmuseum02 (Foto: Hüper)   Technikmuseum03 (Foto: Hüper)
Sonderausstellung „Stromgitarren”   Technikmuseum, Außengelände   Technikmuseum, historische Bahnanlagen

A. Hüper