Camaret-sur-Mer – ein deutsch-französisches Abenteuer

Camaret-sur-Mer, unser Aufenthaltsort vom 10.–15. Mai 2010, 6 Tage in der Bretagne mit unseren französischen Austauschpartnern aus Straßburg, eine „deutsch-französische Schülerbegegnung an einem dritten Ort”, die durch das Deutsch-Französische-Jugendwerk zustande kam und bei der jeder von uns um einige Erfahrungen reicher geworden ist. Wir, 13 Schüler der Klasse 8a des Gymnasiums Hohenbaden, und unsere Austauschpartner, 12 Schüler vom Collège Vauban in Straßburg, hatten anfangs noch unsere Probleme mit der Verständigung, doch nach und nach kamen immer mehr Gespräche in Gang, meistens auf Französisch oder auch manchmal auf Englisch, d.h. insgesamt haben wir sogar drei Sprachen miteinander vereint. Schon vor der Reise konnten wir uns ein Bild durch einen Blog im Internet von unseren Austauschpartnern machen, in dem wir einen Steckbrief auf Französisch geschrieben haben und die Franzosen sogar Sprachmemos aufgenommen haben. Trotzdem war es noch einmal anders als wir sie dann „live” morgens um sechs Uhr am Bahnhof in Straßburg getroffen haben.

Unsere Reise war trotz der langen Fahrt (10 Stunden TGV und Bus) eigentlich nie langweilig, sondern lustig und unterhaltsam, auch durch unsere anfangs kläglichen Versuche den Franzosen Spiele beizubringen, wie z. B. „Schlafmütze” oder „Wer hat den Keks aus der Dose geklaut?”. Je besser wir uns im Zug kennenlernten, desto sympathischer wurden uns die Franzosen. Ohne jegliche Komplikationen oder Streitereien, kamen wir gegen halb fünf müde in unserem Club an.

Bretagne 2010

Unsere Herberge war der Club Léo Lagrange, der besonders auf solche Begegnungen ausgelegt ist. Die Zimmer waren nicht sehr geräumig, aber es ließ dort trotzdem gut leben, auch weil jedes Zimmer über Sanitäranlagen wie Dusche und Toilette verfügte. Johanna und Christiane: So hießen unsere deutschstämmigen Betreuerinnen, die beide Sprachen, Deutsch und Französisch, fließend beherrschten. Mit immer jeweils einer von ihnen unternahmen wir etwas oder machten verschiedene Sprachspiele. Sie erklärten uns alles, indem sie erst Französisch sprachen und anschließend das Ganze auf Deutsch übersetzten oder andersherum, allerdings zog sich dies oft sehr in die Länge, da immer alles sehr ausführlich erklärt wurde. Zwischenzeitlich war Johanna dann auch mal der DJ für unsere Abschlussparty, sie legte super Musik auf und auch die Stimmung war sehr gut, ein gelungenes Ende der Reise. Aber erst mal zum Anfang:

Segeln, das war wohl die aufregendste Aktivität für uns alle. Jeweils 6 Franzosen und 6 Deutsche segelten zusammen und unser Segellehrer Jean-Philippe brachte uns so oft wie möglich in die „Schräglage”, sodass zwar viele von uns nach und nach immer nasser wurden, was den Spaß aber nicht einschränkte, denn es war ein herrliches Gefühl. Einmal bei Sonnenschein, einmal bei Regen gingen wir segeln, und beide Male waren abwechslungsreich und spannend, sodass viele von uns sicherlich auch gerne ein drittes Mal Segeln gegangen wären.

Bretagne 2010

Ein weiterer Programmpunkt, der uns sicherlich auch in Erinnerung bleiben wird, war eine 6 km lange Wanderung zu einem schön gelegenen Strand. Wanderung ist eigentlich nicht der richtige Begriff, es war eher ein Spaziergang auf den Dünen, auf dem Hinweg immer das strahlend blaue Meer und die steinigen Klippen im Rücken und so konnte man gar nicht anders, als zahlreiche Fotos zu schießen.

Bretagne 2010

Als wir dann an unserem Ziel ankamen, gab es erst mal ein leckeres Picknick. Danach durften wir noch im Meer ein wenig plantschen, wobei wieder einige Hosen nass wurden, doch die trockneten schnell aufgrund des tollen Wetters. Anschließend machten wir noch unser Gruppenfoto, dessen Motiv wir selbst nach demokratischem Abstimmen gewählt hatten. Es standen verschiedene Vorschläge zur Auswahl: wir entschieden uns dafür, 4 Pyramiden aus jeweils 6 Schülern zu bilden, die unsere 3 Begleitlehrer miteinander verbanden – ein Zeichen des deutsch-französischen Austausches.

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Zum Essen im Club, auch ein sehr wichtiger Punkt: Zum Frühstück gab es immer ein Buffet mit den üblichen Sachen, also Baguette, Müsli, Aufstrich und verschiedene Getränke. Mittag- und Abendessen bestand jedes Mal aus Vor-, Haupt- und Nachspeise, was eigentlich immer lecker war. Ab und zu traf es vielleicht nicht den Geschmack von jedem, aber man wurde trotzdem immer satt und man kann sagen, dass das Essen von Tag zu Tag besser geworden ist. Ein Highlight waren Crêpes, die es an einem Abend zum Nachtisch gegeben hat.

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Auch das Wetter machte uns keinen Strich durch die Rechnung. Die ersten drei Tage schien die Sonne, es regnete keinen Tropfen. Am Donnerstagmorgen nieselte es erst ein wenig, doch später zeigte sich wieder die Sonne, freitags regnete es dann leicht. So können wir uns auch aufgrund des Wetters nicht beklagen, es spielte super mit.

Bretagne 2010 Bretagne 2010

Auf der Rückreise war dann doch etwas mehr ‚Action’ als auf der Hinreise, da wir einen 6-stündigen Aufenthalt in Rennes hatten. Aber auch der verging wie im Flug, dadurch dass wir eine Führung durch das Parlament hatten und fast eine Dreiviertelstunde zu unserem Kofferablageplatz laufen mussten. Müde und erschöpft kamen wir dann kurz vor 11 Uhr in Straßburg an, wo uns unsere Eltern in Empfang nahmen, glücklich uns wohlauf wiederzusehen.

Der Aufenthalt in Camaret-sur-Mer war auf jeden Fall erfolgreich, es gab nahezu keine negativen Punkte. Bei jedem von uns hat sich das Französisch um einiges verbessert, was man auch daran sehen kann, dass wir anfangs die französischen Erklärungen der Bertreuerinnen gar nicht verstanden, weil es einfach unheimlich schnell und ungewohnt war, aber schon nach wenigen Tagen konnten wir den Großteil verstehen und mussten ab und zu noch nicht einmal die deutsche Übersetzung abwarten. Meiner Meinung nach sollte man solche Reisen mindestens einmal während der Schulzeit machen, da man um einige Erfahrungen reicher wird und der Spaß natürlich auch nicht zu kurz kommt. Außerdem lernt man innerhalb einer kurzen Zeit die jeweilige Fremdsprache viel besser kennen und sprechen, was wieder zu einem schnelleren Vorankommen im Unterricht führt.

Ich möchte auf diesem Wege noch einmal Frau Bezler danken, die diese Reise für uns organisiert und als unsere Begleitperson diesen weiten Weg auf sich genommen hat. Außerdem geht mein Dank auch noch an die Eltern, die sich bereit erklärt haben uns Schüler zum Bahnhof in Straßburg zu fahren und von dort abzuholen. So bleibt zu sagen: Französischer Austausch – gerne wieder!

Jacqueline Rapp