+49(0)7221-932391 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Eine lehrreiche und begeisternde Studienfahrt des Gymnasiums Hohenbaden nach Griechenland

Nach einer langen Anreise mit Bus und Fähre legten wir unseren ersten Halt der Studienfahrt in Dodona, dem ältesten Orakel Griechenlands, ein. Dieses bedeutende, antike Heiligtum ist eng mit dem Zeuskult verwoben, woraus sich später unerklärliche Riten der Priesterschaft entwickelten. So wurden aus der dortigen Zeuseiche mithilfe des Blätterrauschens durch den Wind Weissagungen getroffen. Eine weitere Methode war das Beobachten und Deuten von Bewegungen der dortigen Tauben oder das Lesen der Vogelstimmen, welche aus dem Baum hervordrangen. Typischerweise wurde eine Siedlung um diese Stätte erbaut, die zu Teilen bis heute erhalten ist. Das Bouleuterion, also das Versammlungsgebäude welches bei Ratssitzungen oder auch für Kunstredner genutzt wurde, sowie das Prytaneion, das als Sitz der Priesterschaft diente. Das beeindruckendste Bauwerk stammt aus der Zeit des 3. Jh. v. Chr. und wurde von König Pyrrhos, der den Begriff Pyrrhussieg maßgeblich geprägt hat, für die alle vier Jahre stattfindenden Festspiele der Naia errichtet. Dieses ehemals 17.000 Leute umfassende Theater hatte eine atemberaubende Akustik und bot einen tollen ersten Eindruck von dem, was uns noch bevorsteht.

Am nächsten Morgen machten wir uns zu den mythischen Klöstern von Meteora auf. Einem kurzen, aber strapazenreichen Marsch folgte eine entschädigende Reihe an Vorträgen über die Klöster. Erste Aufzeichnungen zu dem Weltkulturerbe stammen aus dem 13. Jh. und liefern Aufschluss über die Erbauung dieser sinngemäß genannten “schwebende” Klöster: Mithilfe einer Winde und einem Seil an dessen Ende ein Netz befestigt war, konnten die benötigten Materialien und Menschen in schwindelerregende Höhen gezogen oder daraus abgelassen werden. Die auf riesigen Sandsteinfelsen ragenden Gotteshäuser beherbergen etliche Fresken und Wandmalereien über berühmte Märtyrer. Die in Askese lebenden Mönche sind strenge Vertreter des orthodoxen Glaubens und verfolgen einen festen Tagesablauf. Nach dem Anschauen von einigen Klöstern stand der nächste Tagesprogramm- Punkt an. Die makedonischen Königsgräber in Vergina. Die heutige Stadt ist vermutlich der Nachfolger der Stadt Aigai, die bis 410 v.Chr. Hauptstadt des makedonischen Reiches war. Dies hatte zur Folge, dass dort eine beeindruckende Vielzahl an antiken Hügelgr.bern zu finden ist. Ein Höhepunkt der Reise war das Königsgrab von Philipp II., dem Vater von Alexander dem Großen. Diese Vermutung lässt sich aus dem Fund von Gebeinen, die in einer goldenen Larnax in der Hauptkammer gefunden wurden, schlussfolgern. Nicht minder eindrucksvoll waren die damit einhergehenden, prunkvollen Grabbeigaben. Diese erstreckten sich von filigranen Elfenbeinstatuen hin bis zu goldenen, ornamentreichen Kronen. Beeindruckt machten wir uns auf den Weg, um noch am Abend in der zweiten Hauptstadt Griechenlands: Thessaloniki einzutreffen.

Cedrik Dohm

 

Am nächsten Morgen führte uns ein Stadtrundgang durch Thessaloniki zu den Überresten eines römischen Forums, das uns mit seiner großflächigen Platzanlage und den unterirdischen Hallen, die einst als Marktraum dienten, beeindruckte. Thessaloniki zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe, nicht zuletzt wegen der Vielzahl und Vielfalt der byzantinischen Kirchen der Stadt. Und so schauten wir uns im Anschluss einige der Sakralbauten an. Ein besonderer Eindruck hinterließ die Agia Sopfia, einer der bedeutendsten byzantinischen Kirchen Thessalonikis. Sie wurde im 8 Jhd. auf den Resten einer frühchristlichen Basilika errichtet und folgt dem Typus der Kreuzkuppelkirche mit quadratischem Grundriss, einer hohen Mittelapsis und zwei kleineren Nebenapsiden. Besonders hervorzuheben ist hier ein Mosaik des 9. Jhd., das in der Kuppel die Himmelfahrt Christi kunstvoll darstellt und so eines der edelsten Beispiele byzantinischer Mosaikkunst in der makedonischen Renaissance darstellt. Während unseres Aufenthalts in der Kirche wurde ein Gottesdienst abgehalten und so haben wir einen spannenden Einblick in das Leben orthodoxer Christen der Neuzeit erlangen können. Am nächsten Tag führte uns die Reise nach Dion. Die Ruinenstadt liegt direkt am Fuß des Götterberg Olymp und war in der Antike das Hauptheiligtum der Makedonen. Es diente in dieser Zeit als religiöses und kulturelles Zentrum des Königreiches. Wir waren fasziniert wie gut man noch die Strukturen der antiken Stadt, wie die Hauptstraße oder die sanitären Einrichtungen, die wir sonst nur aus dem Lateinbuch kannten, erhalten sind. Auf dem Weg nach Delphi machten wir einen Zwischenstopp an der Gedenkstätte für Leonidas, der in der aussichtslosen Schlacht der Thermopylen gegen die Perser gestorben war. Das Denkmal ehrt den heldenhaften Widerstand der spartanischen Krieger gegen die zahlenmäßig weit überlegenden Perser. Noch vor Sonnenaufgang machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Apolloheiligtumin Delphi. Ein zentraler Mythos der Antike hat diesen Ort als den Mittelpunkt der Erde auserkoren, indem Zeus laut der Sage an beiden Enden der Welt zwei Adler aufsteigen ließ, die sich dann in Delphi trafen. Aufgrund dieser Erzählung wurde Delphi zum heiligsten Ort der Antike, dessen Orakel zu privaten, aber auch politischen Angelegenheiten befragt wurde. So hat beispielsweise Themistokles Pythia, eine Priesterin, die als Sprachrohr des Gottes Apollo galt, befragt, wie er in der Schlacht gegen die Perser weiter vorgehen soll. Im Anschluss besuchten wir das byzantinische Kloster Hosios Lukas, das malerisch am Helikon liegt und eine schöne Aussicht ins Tal bietet. Das Kloster, in dem noch heute Mönche leben ist berühmt für seine Mosaiken und Fresken, die sowohl in der Gottesmutterkirche, als auch in der größeren Klosterkirche zu finden sind. Die beiden Kirchen sind mit einem Gang verbunden, in dem der Sarkophag der seligen Lukas zu sehen ist.

Wir fuhren weiter nach Distomo, einem kleinen Ort in dem am 10.Juni.1944 deutsche Soldaten 218 Dorfbewohner auf grausamste Art und Weise ermordet haben. Bei der Gedenkstätte, die oberhalb des wieder aufgebauten Dorfs liegt verlasen wir die Namen jedes getöteten Menschen und gedachten mit einer Schweigeminute den Opfern dieser grausamen Tat.

Liv Bielefeldt

 

Wir verließen wir Distomo und erreichten am Abend die Hauptstadt Griechenlands: Athen. Nach einer kurzen Nacht besuchten wir hier das Akropolis-Museum. Wir analysierten verschiedenen Weihgeschenke, die hier gefunden wurden, wie z.B. den Perser. Dieser gibt jedoch Rätsel auf: Die enganliegende, bunt bemalte Hose einer Reiterstatue unterscheidet sich deutlich von dem Aussehen eines gewöhnlichen Atheners im Gewand und ähnelt mehr einem östlichen Barbaren. Davon ist hier jedoch nicht auszugehen, weil eine freistehende Reiterstatue auf der Akropolis sicher die Darstellung eines Atheners sein wird. Möglicherweise wird hier Miltiades dargestellt, der 490 v. Chr. bei Marathon entscheidend zum Sieg über die Perser beigetragen hatte. Nach einem Blick auf die Reliefs des Parthenon – hauptsächlich originalgetreue Kopien, da der Großteil vor gut 200 Jahren nach Großbritannien verschifft wurden – und weiterer interessanter Statuen im Museum, liefen wir am Nachmittag zur Akropolis hoch und betrachteten die architektonische tiefenperspektivische Meisterleistung.

Zum Tagesabschluss besichtigten wir noch die Agora mit dem Tempel des Hephaistos und der

Athene – einer der am besten erhaltenen Tempel seiner Zeit – sowie die Stoa des Attalos (riesige

Säulenhalle).

Die Busfahrt am folgenden Tag führte uns nach Epidauros. Ende des vierten/ Anfang des dritten

Jahrhunderts v. Chr. wurde dieser Ort zu einem panhellenischen Kurort mit vierjährigen Spielen

ausgebaut. Wir besichtigten griechischen Bäder, das römische Odeion und das imposante

Theater: In der ersten Bauphase um 300 v. Chr. bot es mit 34 Sitzreihen und 12 Sektoren Platz

für rund 6.200 Zuschauer. Bei der Erweiterung im 2.Jh.v.Chr. Wurde das Theater auf 55

Sitzreihen und nun 55 Sektoren ausgebaut, sodass nun 12.300 Zuschauer an den

Veranstaltungen Teil haben konnten. Das Theater wird heute auch noch bespielt, wegen der

Beleuchtung jedoch am Abend. Früher musste hingegen tagsüber gespielt werden und die

verschiedenen Uhrzeiten wurden durch Requisiten oder die Sprache dargestellt. Weiter ging es

für uns nach Mykene. Hier kam es vor über 3.000 Jahren zur Blüte der mykenischen Kultur.

Die Bergburg vom Mykene wurde damals weiter ausgebaut, es entstand das prächtige Löwentor

und das Schatzhaus des Atreus. Besonders beeindruckend an dieser Kultur ist die

architektonische Meisterleistung, wie die Mykener es geschafft haben, derart monumentale

Mauern und Gebäude zu errichten (das Löwentor mit Kraggewölbe und einem 18t schweren

Türsturz sowie das große Schatzhaus)

Am letzten Tag unserer Reise besuchten wir nach die Antike Sportstätte Olympia. Wir sahen

das Philippeion, das einem Halbgottheiligtum ähnelt, aber Kaiser Alexander zuzuordnen ist,

den Hera-Tempel, die Brunnenanlage der Regilla und des Herodes Atticus (zur Darstellung der

von ihnen gespendeten Wasserleitung), den großen Zeustempel mit beeindruckend breiten und

hohen dorischen Säulen und das Stadion. In letztem machten einige von uns auch ein kleines

Wettrennen

~ Mika Zyska

Wir bedanken uns im Namen der gesamten Stufe bei der Stiftung Humanismus heute, die uns

sehr gro.zügig finanziell bei dieser Reise unterstützt hat.

Adresse und Kontakt

Leo-Wohleb-Weg 1
76530 Baden-Baden
Tel.: +49 7221 93-2391

Sprechzeiten des Sekretariats:

Montag - Freitag: 07.45 - 12.30 Uhr

Impressum, Datenschutz und Barrierefreiheit

Bitte lesen Sie unsere Hinweise zum Datenschutz,
zur Barrierefreiheit sowie unser Impressum.

Krankmeldungen

Krankmeldungen unter Angabe des Grundes und der vorraussichtlichen Dauer bitte mündlich, fernmündlich, elektronisch oder schriftlich an das Sekretariat und die Klassenleitung spätestens am zweiten Tag der Krankheit.
 

Schnellzugriff

 

Unser Gymnasium

ist eine Schule in Trägerschaft der Stadt Baden-Baden.





Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.