Kunst-Profil am Gymnasium Hohenbaden im Schuljahr 2027/2028
Kunst-Profil am Gymnasium Hohenbaden im Schuljahr 2027/2028
Mit großer Freude dürfen wir verkünden, dass wir am Gymnasium Hohenbaden eine neue Sprachenfolge in der Unterstufe und ein neues Profil für das Fach Bildende Kunst einführen werden. Diese Neuerung wurde vom Regierungspräsidium Karlsruhe jetzt genehmigt, nachdem die Stadt Baden-Baden entsprechende Anträge gestellt hatte.
Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer sorgfältigen Planung und Diskussion innerhalb unserer Schulgemeinschaft. Bereits im vergangenen November wurden die Änderungen vom Schulausschuss und Gemeinderat der Stadt Baden-Baden beraten und unterstützt.
Ab dem Schuljahr 2024/25 werden unsere fünften Klassen nun in veränderter Sprachenfolge starten. Der Unterricht beginnt mit Englisch in der fünften Klasse, gefolgt von Latein oder Französisch ab Klasse 6, je nach Wahl der Schülerinnen und Schüler.
Wenn die Schülerinnen und Schüler die achte Klasse erreichen, also zum ersten Mal im Schuljahr 2027/28, werden sie dann die Wahl zwischen drei Profilfächern haben. Neben den bereits bestehenden Profilfächern, nämlich dem sprachlichen Profil mit Altgriechisch und dem naturwissenschaftlichen Profil mit Naturwissenschaft und Technik (NwT), wird dann auch das Kunstprofil mit dem Fach Bildende Kunst wählbar sein.
Wir sind überzeugt, dass diese Neuerungen das breite Bildungsangebot am Gymnasium Hohenbaden sinnvoll ergänzen und dazu beitragen werden, das individuelle Potenzial unserer Schülerinnen und Schüler weiter zu fördern.
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Exkursion der Leistungskurse HOBA und MLG
Malerei und Architektur in Karlsruhe
Welche Relevanz haben barocke Stillleben für unsere heutige Zeit? In welchem Kontext sind sie entstanden und wie lassen sich daraus Erkenntnisse für die Rezipienten ableiten? Diese und viel mehr Fragen stellten sich die beiden Abitur-Leistungskurse in Kooperation der Lehrkräfte beider Schulen vor den Originalwerken in der Kunsthalle Karlsruhe, die derzeit als Außenstelle Teile des ZKM in Karlsruhe bezieht. Der historische Hintergrund wurde hergestellt und die dadurch geprägten Werte der Zeit in der symbolischen Ausgestaltung des Kunstwerks als artifiziell Geschaffenes erkannt. Neugierig wurde auch die virtuelle Malweise betrachtet, mithilfe derer faszinierende ikonische Umsetzungen der Realität erzielt wurden. Vom mittelalterlichen Ursprung des Stillleben-Interieurs bis zum spätbarocken Prunkstillleben wurde ein Bogen über die Zeit gespannt, um einen umfassenden Überblick zu erlangen und letztlich die von Jean-Simeon Chardin geschaffenen „Nature morte“-Darstellungen, welche stilgeschichtlich später generiert wurden, auf Cézannes Entmaterialisierung der Oberflächen zu beziehen.
Nächste Station war das ZKM, Fakultäten Kunstgeschichte und Architektur, die anhand zweier extra auf die Schüler*innen zugeschnittener Vorlesungen über Inhalte und Modalitäten beider Studiengänge aufgeklärten. Eindrucksvoll bot Prof. Dr. Jehle einen Einblick in die theoretischen Arbeitsfelder der wissenschaftlichen Untersuchung von Kunstwerken und band die Lernenden aktiv mit ein. Hier konnten die Kurse zeigen, wie sie selbst geübt haben, wertfrei an Unbekanntes heranzutreten, aber auch Kontextwissen einzubeziehen. Prof. Dr. Jehle zeigte auf, welche Relevanz das Studium und der Beruf des Kunsthistorikers in und für unsere heutige Gesellschaft hat, sodass der ein oder andere sicherlich eine Erkenntnis für die spätere Berufsentscheidung mitgenommen hat. Anschließend zeigte die Architektin Lisa Schneider exemplarisch ihren Werdegang von der Studentin, über die lehrende Tätigkeit an der Universität bis zur Selbstständigkeit auf. Der oft anstrengende, aber auch erfüllende Arbeitsalltag einer Architektin wurde deutlich gemacht, wodurch die Schüler*innen ihre Vorstellungen mit der Realität abgleichen konnten. Frau Schneider hob eigene Projekte hervor und veranschaulichte praxisnah, was es bedeutet, an Wettbewerben teilzunehmen und eigene Baustellen zu leiten. Mit völlig neuem Input gingen die Kunstkurse aus diesen beiden informativen und sehr sympathischen Vorträgen heraus und wurden von Studierenden der Kunstgeschichte und Architektur in Empfang genommen. Anschließend wurde die Gruppe durch die zugehörigen Werkstätten und zum „Studio“, in welchem die Architekturstudenten ihre Aufgaben erledigen, geführt. Somit konnte ein Einblick in den Alltag und vor allem das Umfeld der Student*innen gegeben werden. Hierbei war es auch jederzeit möglich, Fragen zu stellen. Wie lange dauert es, ein Modell zu bauen? Woher nehme ich Theoriematerial? Wie sieht eine Aufgabe aus? Wo arbeite ich? Nach deren Beantwortung und dem Rundgang verabschiedeten sich Hoba und MLG und fuhren mit der Straßenbahn gen Süden.
An der Dammerstock-Siedlung im Stadtteil Rüppur angekommen, wurde die Gruppe von einer ehemaligen Architektin begrüßt, die früher selbst in einem Architektenbüro in der Siedlung gearbeitet hatte. Sie führte alle zum Eingangspavillon der damaligen Ausstellung des „Neuen Bauens“ und erkläre anhand von Originalfotografien und Modellen, welches Konzept der Planung zugrunde lag. Eine historische Einordnung und Erläuterung baulicher Reaktionen auf wirtschaftliche und politische Veränderungen kontextualisierte das Gesehene. Alle wurden durch die Siedlung geführt und bezogen auf bauliche Charakteristika konnte das Revolutionäre dieser Form des effizienten Bauens nach dem Prinzip von „form follows function“ verdeutlicht werden. In diesem Sinne wurden allen Lernenden die Augen geöffnet, da die z.T. noch im Originalzustand befindlichen Bauwerke immer noch zeitgenössisch wirken.
Schließlich verabschiedeten wir uns auch hier und brachen gen Hauptbahnhof auf, um auf dem Heimweg einen sicherlich anstrengenden, aber lehrreichen, unterhaltsamen und vor allem nachhaltigen Bildungstag Revue passieren zu lassen.
Die direkte Bitte um einen weiteren gemeinsamen Exkursionstag mit den Kursen beider Schulen zeigte auch im Nachgespräch die Vorteile der interinstitutionellen Kooperation und das Bedürfnis nach Erlebnis von Kunst und Architektur.
Christoph Heimbach, Januar 2024

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Yoga zum Stress-Abbau
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Schülerinnen und Schüler stellen Fragen an die in Baden-Baden geborene Holocaustüberlebende Fanny Ben-Ami
Fanny Ben-Ami, geboren 1930 in Baden-Baden, kam anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus extra aus Israel angereist, um Schülerinnen und Schüler verschiedener Baden-Badener Schulen ihre beeindruckende Lebensgeschichte zu erzählen. Auch die beiden zehnten Klassen sowie Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse des Gymnasiums Hohenbaden waren im Kurhaus.
Bereits 1933 flüchtete die Familie nach Frankreich, wo sie nach der deutschen Besatzung mit ihren beiden jüngeren Schwestern Erika und Georgette in einem Kinderheim untergebracht wurde. In Frankreich arbeitete Fanny für die Résistance und konnte über 150 Partisanen das Leben retten, indem sie vor dem Verrat durch den örtlichen Bäcker warnte. Als es in Frankreich nicht mehr sicher war, flohen mehrere Kinder mit Hilfe der OSE (Œuvre de secours aux enfants) unter Fannys Führung in die Schweiz. Ein Schuss streifte im Niemandsland ihr Ohr, als sie noch einmal um- kehrte, um auch die hinter der Grenze zurückgebliebene dreijährige Rachel in Sicherheit zu bringen. Nach dem Krieg wanderte Fanny nach Israel aus. Ihre Erfahrungen hat die Autorin und Künstlerin in Bildern niedergemalt.
Diese Bilder strukturierten und veranschaulichten auch das im vollen Kursaal geführte Zeitzeugengespräch. Am Ende durften unter anderem drei Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenbaden auf die Bühne kommen und Fragen an Fanny Ben-Ami stellen. Der Zehntklässler Cedrik Dohm erkundigte sich, wie Fanny Ben-Ami vom Tod ihrer Eltern erfahren habe – 1947 durch das Rote Kreuz. Wie sie später mit ihrem Schicksal umgegangen sei, fragte der Abiturient Fabian Engl und Liv Bielefeldt aus der 10b wollte wissen, was wir heute tun können, um das Geschehene nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Fanny Ben-Ami gab daraufhin den Baden-Badener Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg, einander zu helfen, sich gegenseitig zu respektieren und immer zusammenzuhalten.
Text: Silja Minet-Lasch
Fotos: Jan-Olaf Kaiser
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Kammermusikabend am Gymnasium Hohenbaden
Hocherfreut zeigte sich Schulleiter Martin Müller, als er eine vollbesetzte Aula zum Kammermusikabend am 19. Januar 2024 begrüßen konnte. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenbaden hatten sich eingefunden, um einem interessierten Publikum Ausschnitte aus ihren derzeitigen Programmen und aus dem Musikunterricht zu präsentieren. Musiklehrerin Clara Hildebrandt erinnerte in ihrer Begrüßung daran, dass bereits vor vier Jahren mit diesem Konzertformat ein Auftakt erfolgt war, der dann durch die Corona-Pandemie unterbrochen wurde und jetzt zum Glück wieder einen Anknüpfungspunkt findet.
Den Auftakt machte Aurika Radimersky (Klasse 5) am Cello mit einer Bourée (G. H. Stölzel) und „Latin Nights“ (Kathy & David Blackwell), die sie solistisch am Cello aufführte und bravourös meisterte. Auch Mathilda Drücker (Klasse 5) unterstrich Können mit Selbstbewusstsein, als sie, am Klavier von Musiklehrer Achim Fessler begleitet, von Lotte den aktuellen Pop-Song „Mehr davon“ präsentierte. Amien Redzepagik (Klasse 7a) spielte daraufhin am Klavier aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ das von Yann Tiersens schon als Filmmusik-Klassiker bekannte Stück „Comptine d’un autre été: l’aprés-midi“ mit großer Sicherheit und Einfühlungsvermögen. In einem Arrangement Clara Hildebrandts trug die Klasse 7b als gemischt besetztes Klassenorchester Edward Griegs „Morgenstimmung“ vor und bewies dabei, dass sie nicht nur klangschön und differenziert musizieren können, sondern sogar ohne Dirigentin auskommen.
Mit Liv Bielfeldts (Klasse 10b) Horn-Vortrag begannen die Vorträge der älteren SchülerInnen der Schule. Franz Strauss’ „Nocturno“ fordert oftmals einen langen Atem, um die vielen Haltetöne adäquat auszuführen und ein großes Bewusstsein für Melodiebildungen. Beides gelang Liv wie mühelos und sie beeindruckte das Publikum damit, dass es ihr auch im Moment des Vorspiels möglich war, die nötige Ruhe dafür zu bewahren. Ein Highlight der Wiener Klassik erlebten die Zuhörerinnen und Zuhörer dann, als Immanuel Erlich (Klasse 9) den 1. Satz von Ludwig van Beethovens Klaviersonate op. 27, Nr. 2 (besser bekannt als „Mondscheinsonate“) zu Gehör brachte. Ihm gelang es wunderbar, die beruhigende Atmosphäre des Werkes in den Raum zu übertragen. Einfühlsam blieb es auch, als das Klassenorchester der Klasse 9 mit George Gershwins „Summertime“ auf sich aufmerksam machte – ein Sehnsuchtsmoment an wärmere Tage stellte sich ein. Dabei gelangen der Klasse sowohl die klangliche wie die präzise rhythmische Ausführung ganz ausgezeichnet. Auffällig war bei beiden Klassenorchester-Darbietungen dieses Abends, dass auch die VKL-SchülerInnen integriert werden konnten und maßgeblich zum Gelingen beitrugen.
Danach hielt Sergej Rachmaninow – im letzten Jahr weltweit im Rahmen seines 150. Geburtstages gefeiert – mit seinem akkordreichen, mit schwierigen Sprüngen und virtuosem Mittelteil versehenen Prélude in cis-Moll, op.3, no.2 Einzug in die Aula, als sich Albert Wolf (Klasse 10b) an den Flügel setzte und das Werk auswendig und jedes Kliff der Schwierigkeiten meisternd vortrug.
Wie ein Gespräch im warmen Kaminzimmer mutete es an, als im Anschluss Romy Schmidt am Cello mit ihrem Klavierpartner in den Dialog trat, bei dem es um Felix Mendelssohn-Bartholdys „Lied ohne Worte, op. 109“ und die Sérénade von Gaspar Cassadó ging. Wie eng man sich musikalisch in ausdrucksstarken (und intonatorisch tadellosen) musikalischen Gestaltungen verbinden kann, war durch diese beiden Musiker besonders beeindruckend zu erleben.
„Kann es ein passenderes Entlassen in den Abend geben als mit Robert Schumanns ‚Träumerei‘?“, fragte Clara Hildebrandt bei der Verabschiedung rhetorisch, nachdem Fabian Engl (Kursstufe 2) das Kammermusikonzert mit diesem wohlbekannten Werk empathisch zum Abschluss brachte.
Der dankbare Applaus der Zuhörenden für alle auftretenden Schülerinnen und Schüler hatte die Frage zuvor schon vielfach beantwortet und so endete eine werk- und farbenreiche Soirée, die manch bewunderndes Staunen und viel Anerkennung für die musikalischen Darbietungen bereithielt.
Achim Fessler, 19.01.2024
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