Ein Jahrgang der Träume und der gelebten Integration
Das Gymnasium Hohenbaden feiert seine Abiturientinnen und Abiturienten mit einem glänzendem Notenschnitt und tiefgründigen Impulsen.
In der vollbesetzten Aula des Gymnasiums Hohenbaden erhielten am Donnerstag, den 9. Juli 2026, die Abiturientinnen und Abiturienten ihre Zeugnisse. Umrahmt von den Klängen des schuleigenen Orchester-Quintetts eröffnete der Schulleiter den offiziellen Festakt mit herzlichen Begrüßungsworten und warf sogleich eine grundlegende Frage auf: Was macht die besondere Aura des Wortes „Abitur“ eigentlich aus? Ist es der Eintrittsschein in den Traumberuf, das Ende des Schülerdaseins oder der Wunsch, die Welt zu verändern?
Mit einem exzellenten Gesamtdurchschnitt von 2,0 und dreimal der Traumnote von 1,0 (Roman Pavlish, Cedrik Dohm und Liv Bielefeld) meisterte die Stufe die Hürden der Allgemeinen Hochschulreife mit Bravour – ein Ergebnis, das laut Schulleitung die im Schulgesetz verankerte Fähigkeit beweist, „vielschichtige Zusammenhänge zu durchschauen und theoretische Erkenntnisse nachzuvollziehen“.
Besonderes Augenmerk legte der Schulleiter, Herr Müller, in seiner Festansprache auf die Ereignisse ab dem Jahr 2022. Der Ausbruch des Ukraine-Krieges brachte eine Welle der Veränderung mit sich. Bis zu zehn geflüchtete Jugendliche wurden zeitweise mitten im laufenden Schuljahr pro Klasse aufgenommen – ohne zusätzliche Räume oder personelle Ressourcen. Was als logistische und menschliche Unsicherheit begann, entwickelte sich dank der Offenheit, Toleranz und Hilfsbereitschaft der Schülerschaft zu einer echten Erfolgsgeschichte.
Sonderpreis für außergewöhnliche Leistungen
Für ihre herausragenden akademischen und integrativen Leistungen wurden fünf ehemalige Schüler der Vorbereitungsklasse (VKL) mit einem Sonderpreis ausgezeichnet: Sofiia Lebid, Artem Bocharov, Bohdan But, Roman Pavlish und Andrii Pokhila. Sie erlangten nicht nur die Gymnasialempfehlung und das Abitur in deutscher Sprache, sondern absolvierten parallel dazu online ihre ukrainischen Schulabschlüsse.
Die Macht der Worte und der Wert des Scheiterns
In seiner Scheffelpreisrede sprach Cedrik Dohm in Form einer fiktiven Geschichte über die „gedankliche Lebensreise“ eines alten Mannes auf dem Sterbebett hielt der Preisträger seinen Mitschülern und den Erwachsenen den Spiegel vor. Er beklagte eine Gesellschaftsstruktur, in der „Träumer“ oft negativ konnotiert sind, obwohl die Welt gerade Visionäre brauche, um positive Veränderungen anzustoßen. „Erwachsen werden heißt nicht, aufhören zu träumen. Es heißt, Verantwortung für die eigenen Träume zu übernehmen. Das Bestehen des Abiturs sei dabei der zweite Schlussstein unseres Erwachsenwerdens.“
Darüber hinaus reflektierte der Redner selbstkritisch die Dynamiken innerhalb seiner Stufe. Er mahnte die Anwesenden zu einer wertschätzenden Kommunikation: „Worte besäßen die Macht, Menschen zu verletzen, aber auch aufblühen zu lassen.“ Ein zentrales Plädoyer hielt der Abiturient für eine positive Fehlerkultur. In der modernen Welt werde Scheitern oft als Makel gesehen, dabei sei das Eingestehen eines Fehlers „die reinste Form des Selbstwertgefühls“ und eine unverzichtbare Chance im lebenslangen Lernprozess.
Dank an die Wegbegleiter
Zum Ende der feierlichen Stunde dankte der Schulleiter den scheidenden Elternvertretern für ihre langjährige Unterstützung – vom Pausenbrot bis zur Gremienarbeit. Dabei richtete er seinen ganz besonderer Dank an Frau Gerhards-Klingler, die sich acht Jahre lang als Elternvertreterin und sieben Jahre davon als stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende mit unermüdlichem persönlichem Einsatz um das Wohl der Schule verdient gemacht hat und nun mit dem Abitur ihres Sohnes Johannes verabschiedet wurde.
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Sommer, Sonne, Strasbourg
Am Mittwoch, den 8. Juli 2026, machten sich die Französischgruppen der Klassen 8 und 9 gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau Hemmann und Frau Minet-Lasch bei sommerlichen Temperaturen auf den Weg nach Straßburg. Die Anreise mit der Bahn und der grenzüberschreitenden Tram war bereits das erste kleine Abenteuer. Endlich angekommen in der „Hauptstadt Europas“ besichtigten wir das Münster und erklommen – sportlich und mutig – die 330 Stufen der schmalen Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform. Anschließend standen eine Rallye zur Erkundung der Stadt sowie ein Besuch der interaktiven Dauerausstellung „Die europäische Idee – vom Traum zur Einheit“ im Lieu d’Europe auf dem Programm. Hier klärten sich Fragen zur europäischen Flagge ebenso wie zur Herkunft der berühmten Chupa-Chups-Lollis (aus Spanien). Natürlich kam auch das Sprechen nicht zu kurz, etwa bei der Stadtrallye, bei der Passanten angesprochen und nach elsässischen Wörtern gefragt werden sollten. Aber auch beim Restaurantbesuch oder in der Eisdiele war Französisch gefordert. Einen verlorenen und wiedergefundenen Geldbeutel später konnten wir uns erschöpft, aber zufrieden und voller neuer Eindrücke auf die Heimreise begeben.
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Auf den Spuren der Römer – Exkursion der Lateinklassen nach Augusta Raurica
Am 7. Juli 2026 unternahmen die Lateinschülerinnen und Lateinschüler der Klassen 6 und 7 eine Exkursion in die römische Stadt Augusta Raurica bei Basel. Mit dem Reisebus ging es in eine der besterhaltenen Römerstädte nördlich der Alpen, wo die antike Welt auf eindrucksvolle Weise lebendig wurde.
Nach der Ankunft stand zunächst ein Workshop zum römischen Brotbacken auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler lernten, welche Getreidesorten die Römer verwendeten, wie das Korn mit Handmühlen gemahlen wurde und welche Bedeutung Brot als Grundnahrungsmittel im Alltag des Imperium Romanum hatte. Anschließend konnten sie den selbst zubereiteten Teig zu kleinen Broten formen und diese nach antikem Vorbild backen.
Im Anschluss erkundeten die Gruppen die rekonstruierte römische Villa, die einen anschaulichen Einblick in das Leben einer wohlhabenden Familie bot. Dabei wurden verschiedene Räume besichtigt, darunter die culina (Küche), das triclinium (Speisezimmer mit den typischen drei Liegen), die balnea (Badeanlage) sowie mehrere tabernae, in denen Handwerker und Händler ihre Waren anboten. Die Führung verdeutlichte eindrucksvoll, wie komfortabel das Leben in einer römischen Stadt bereits vor fast 2.000 Jahren organisiert war.
Bei einem Rundgang durch das weitläufige archäologische Gelände entdeckten die Schülerinnen und Schüler weitere bedeutende Bauwerke der antiken Stadt. Dazu gehörten das imposante Theater, die repräsentative Brunnenanlage, die Kurie als Versammlungsort der Stadtverwaltung sowie das monumentale Amphitheater, in dem einst Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen stattfanden. Die gut erhaltenen Ruinen vermittelten einen lebendigen Eindruck von der Größe und Bedeutung Augusta Rauricas als regionales Verwaltungs-, Handels- und Kulturzentrum der römischen Provinz Germania Superior.
Die Exkursion bot den Lateinklassen die Gelegenheit, zahlreiche Inhalte des Unterrichts unmittelbar vor Ort zu erleben. Sprache, Geschichte und Archäologie verbanden sich zu einem eindrucksvollen Lernerlebnis, das den Alltag der Römer auf anschauliche Weise greifbar machte und den Schülerinnen und Schülern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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Vielfältiger Wintersporttag begeistert Schülerinnen und Schüler
Am 29.01.2026 fand der diesjährige Wintersporttag statt und bot den Schülerinnen und Schülern ein abwechslungsreiches Sport- und Bewegungsangebot. Ziel des Tages war es, Freude an Bewegung zu vermitteln, neue Sportarten kennenzulernen und gemeinschaftliche Erlebnisse zu schaffen – mit großem Erfolg.
Zur Auswahl standen zahlreiche Aktivitäten: Beim Winterwandern konnten die Teilnehmenden die winterliche Natur genießen und sich an der frischen Luft bewegen.
Besonders sportlich ging es beim Bouldern in der Boulderwelt Karlsruhe zu, das in zwei Altersgruppen angeboten wurde. Hier waren Kraft, Technik und Teamgeist gefragt.
Großer Beliebtheit erfreute sich auch das Curling, das vor allem bei vielen Schülerinnen sehr gut ankam. Mit viel Konzentration und Spaß am Spiel wurde um jeden Punkt gekämpft.
Beim Schlittschuhlaufen in der Eishalle in Hügelsheim stand die Sicherheit im Vordergrund: Helm und Handschuhe waren Pflicht und sorgten dafür, dass alle Teilnehmenden unbeschwert ihre Runden auf dem Eis drehen konnten.
Ein weiteres Highlight war das Fitnessangebot in Baden-Baden. In Kooperation mit dem Move Finest Fitnessstudio erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst eine Einführung in das Studio sowie grundlegendes Hintergrundwissen zum Krafttraining. Anschließend folgte ein angeleitetes Training an den Geräten. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Fitnesskurs, der für viel Motivation und Begeisterung sorgte.
Kreativ und rhythmisch wurde es beim Tanzen. Gemeinsam mit der Tanzschule Edi’s Dance lernten die Teilnehmenden einen Tanzstil kennen, arbeiteten an grundlegenden Techniken und studierten zum Abschluss eine Choreografie ein – ein Angebot, das besonders viel Freude und Ausdruck ermöglichte.
Der Wintersporttag 2026 zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Sport sein kann. Dank der engagierten Kooperationspartner und der großen Motivation der Schülerinnen und Schüler wurde der Tag zu einem rundum gelungenen Erlebnis, das sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Die Talking Heads sind „am selben Ort“ zu einer „anderen Zeit“
Führung in der Kunsthalle Baden-Baden, 11.01.2026
Was geschieht, wenn nicht die Kinder die Kunstwerke präsentieren, sondern sich die Kunstwerke selbst vorstellen? Begleitet von diesem Gedankenspiel haben sich die kleinen Kunsttheoretiker in diesem ersten Halbjahr während der Vorbereitung Gedanken gemacht, was ein Kunstwerk „erleben“ könnte, wenn es in einem Museum, der Kunsthalle Baden-Baden hängt oder steht.
Anlässlich der Jubiläumsausstellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg „Selber Ort, andere Zeit“ stellten sich somit die Talking Heads als ihre eigenen Lieblingskunstwerke in einer Führung vor und berichteten von allerhand Witzigem, Kuriosem und Informativem. Die facettenreiche Ausstellung, bestehend aus Arbeiten von insgesamt 21 Künstlerinnen und Künstlern, wurde somit zum Leben erweckt und auf unterhaltsamer Ebene greifbar gemacht. Positiv amüsiert und freudig gestimmt beobachteten die Besucher die Darbietung der kleinen Kunstexperten und nahmen sicherlich den ein oder anderen unkonventionellen Gedanken über das, was und wie Kunst sein kann, mit.
Unter großem Beifall und mit einer kleinen Belohnung in der Hand verabschiedeten sich die jungen Menschen von ihren Zuschauern und -hörern und freuen sich schon auf die nächste Ausstellung, die es bald zu erkunden gilt: „Katharina Wulff“ (13.02.-10.05.)
Christoph Heimbach


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